Schloss Waldeck (1)

Die älteste Geschichte der Burg Waldeck liegt im Dunkeln der Vergangenheit. Was Urkunden nicht überliefern, weiß die Sage zu erzählen. Ein Ritter sei durchs Edertal gezogen und habe einen Schäfer gefragt, ob er keinen geeigneten Platz für eine Burg wisse. "Dort an der Waldeck", habe der geantwortet und nach dem Berg gewiesen, den heute Schloss Waldeck krönt. Als in deutschen Landen Burgen entstanden, musste dieser nach fast allen Seiten steil abfallende Berg mit seinen Felsgipfeln zum Bau einer Burg geradezu herausfordern.

Ein Adelsgeschlecht derer von Waldeck bestand nachweislich schon im Jahr 1120. Die damals schon vorhandenen Bauten sind heute verschwunden. Aus einem anderen Geschlecht, dem der Grafen von Schwalenberg in Lippe, stammte Volkwin I., der die Burg erwarb. Seine Nachkommen nannten sich nach ihrem neuen Besitz „Grafen von Waldeck“ und regierten hier (später auch in anderen Burgen ihres Landes und zeitweilig geteilt in mehreren Linien) fast 500 Jahre. Graf Adolf von Waldeck (gest. 1270) baute die Burg aus. Seiner Zeit gehören an die Keller des ehemaligen Südflügels (unter dem heutigen Altan), der Bergfried und die wuchtigen Bastionen gegenüber der Stadt.

Als sich im Jahr 1486 bei der zweiter Teilung der Grafschaft zwischen dem Grafen Philipp II., Begründer der „Eisenberger Linie“, und seinem Neffen Heinrich VIII., Begründer der - älteren - „Wildunger Linie“, die Burg für zwei gräfliche Haushaltungen als zu klein erwies, entstand seit 1500 der heute noch stehende Nordflügel. Zur Behebung der Wassernot wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts der auf der Vorburg befindliche Brunnen erheblich vertieft und ist heute etwa 120 Meter tief.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde schon in den Jahren 1621 bis 1624 mit der Verstärkung der Befestigungswerke begonnen.

Startseite