Thalitter (2)

Die evangelische Bergkirche steht auf einem Hang an der Straße nach Hof Lauterbach. 1715 wurde mit dem Ausbau der alten Kapelle zur Bergkirche begonnen. Auf einer Tafel über der Kircheneingangstür sind dieses Datum, außerdem Hammer und Schlegel angebracht. Das ist ein Hinweis darauf, dass es sich bei der Bergkirche um eine Kirche für die Bergleute in Thalitter und Umgegend handelte. 1715 und 1722 erhielt die Bergkirche zwei Glocken, die aus Kupfer von Thalitter gegossen worden waren.

Unter der Kanzel ist das Grab des Bergsekretärs Jasche, Schöpfer des "Itterschen Berggesangbuches".

Von 1716 bis 1822 gab es eine eigene Pfarrei für die Bergkirche. Alle Berg- und Hüttenarbeiter, egal in welchem Ort sie wohnten, waren Glieder der Bergkirchengemeinde. Kinder der Bergleute, auch aus benachbarten Orten, wurden in Thalitter getauft. Bergleute, z. B. aus Obernburg, wurden in Thalitter beerdigt, Nicht-Bergleute aus Thalitter wurden aber in Obernburg zu Grabe getragen.

Kinder von Bergleuten besuchten die vom Kupferbergwerk gegründete Schule in Thalitter, während Kinder von Nicht-Bergleuten zur Schule nach Obernburg gehen mussten.

Auf einem gestreckten Berggrat oberhalb von Thalitter liegt die Ruine der Itterburg. Erhalten blieben nur Reste eines mehrstöckigen Wohngebäudes und ein paar Mauern, von denen einige auf einen viereckigen Turm hindeuten sollen. Im Jahr 1126 war die erste Erwähnung der Burg als Haupthof Ittera im Ittergau. Im 30-jährigen Krieg wurde sie vermutlich zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Der Bahnhof Itter an der Eisenbahnlinie Korbach - Frankenberg ist auch für Thalitter Bahnstation. Kurz nach dem Bahnhof führt die Eisenbahnlinie, die nicht mehr in Betrieb ist, durch zwei Tunnel, der eine etwa 93 m, der andere etwa 200 m lang.

(Quelle: Backes Magnus, Hessen, Deutscher Kunstverlag (1982); Knappe Rudolf, Mittelalterliche Burgen in Hessen, Wartburg Verlag (1944); Paul Christian, Corbach, "Schauinsland", ein Führer auf der Eisenbahn von Marburg bis Warburg (1927); Gemeinde Vöhl]

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