Thalitter (1)

Thalitter liegt im Ittertal. Die Itter scheidet den Ort in das eigentliche Dorf und die Bergfreiheit (Siedlung des einstigen Kupferbergwerks). 1350 wurde Thalitter zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis 1821 gehörte der Ort zur Herrschaft Itter, dann zum selbständigen Kreis Vöhl und ab 1866 zum Kreis Frankenberg. Heute ist es ein Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg und zählt zur Großgemeinde Vöhl. Thalitter erstreckt sich über eine Fläche von 5,05 km2, hatte 356 Einwohner am 31.12.2006 und 321 Einwohner am 17.05.1939.

Der Kupferbergbau in Thalitter geht auf die Gründung durch Oberberginspektor Balthasar Ludwig Müller im Jahr 1709 zurück. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hat dieses Bergwerk eifrig gefördert. Der erste Schacht wurde zwischen Thalitter und Dorfitter angelegt. In den folgenden Jahren wurden weitere Schächte in der Gemarkung von Thalitter begonnen. 1712 wurde eine Kupferhütte bei Thalitter gebaut. 1715 erhielt Thalitter ein Bergamt. An den Kupferbergbau erinnern heute nicht nur vorhandene alte Stollen, sondern auch das "Herrenhaus", das im Jahr 1720 für den Oberberginspektor Müller gebaut wurde. Dieses Gebäude war ursprünglich als Jagdschloss für die Landgrafen von Hessen-Darmstadt an anderer Stelle vorgesehen. Dieses Haus ist ein stolzer dreigeschossiger Fachwerkbau mit sorgfältiger symmetrischer Holzanordnung. In diesem Haus war das Bergamt und der Sitz des Bergwerkinspektors bis zum Jahr 1868, dem Ende des Kupferbergbaus in Thalitter. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz und steht unter Denkmalschutz.

Balthasar Ludwig Müller starb im Jahre 1746 und wurde neben seiner im Jahr 1730 verstorbenen Ehefrau Ursula Marianne in der evangelischen Bergkirche zu Thalitter beigesetzt. Eine große Grabplatte aus Kupfer vor dem Altar, ebenso ein Gemälde an der linken Wand im Kirchenschiff erinnern noch heute an Ursula Marianne Müller und den Gründer des Kupferbergwerks in Thalitter. Das Ölgemälde (um 1730) zeigt im oberen Teil die Familie des Oberberginspektors Balthasar Ludwig Müller und im unteren Teil die Familie, die um die verstorbene Ursula Marianne Müller steht.

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