Edersee - Edertalsperre (1)

Die Edertalsperre, ein eindrucksvolles technisches Bauwerk ihrer Art, ist eine der größten Talsperren Europas und wurde 1909 bis 1913 gebaut. An dem Unternehmen waren etwa 900 Arbeiter beschäftigt, neben deutschen vor allem italienische, tschechische und kroatische. An der engsten Stelle des Edertals, auf außerordentlich günstigem, d. h. festem, gewachsenem Untergrund errichtet, staut die Sperrmauer die Eder, den vorher gefährlichsten Hochwasserfluss des Wesergebiets. Die Anlage dient einem dreifachen Zweck. Erstens macht sie die Weser dauernd schiffbar und speist den Mittellandkanal, zweitens verhütet sie Hochwasser und drittens erzeugt sie elektrische Energie.

An beiden Seiten der Sperrmauer befinden sich an der Sohle Grundablässe zur Speisung der Turbinen und zur Abführung des überschüssigen Wassers. In der Mitte und im oberen Teil der Mauer sind noch zusätzlich Hochwasserüberfälle und Notauslässe. Zur weiteren Regulierung der Wasserabgabe ist vor dem Dorf Affoldern noch ein Ausgleichsbecken errichtet und zur zusätzlichen Stromerzeugung auf dem Peterskopf (von der Sperrmauer gut sichtbar) ein Reservebecken. Hierhin wird in den Stunden, in denen überschüssiger Strom erzeugt wird, Wasser gepumpt, das in Stunden erhöhten Strombedarfs in einem riesigen unterirdischen Kraftwerk zusätzlich Energie erzeugt.

Dem Bau der Talsperre fielen zum Opfer die drei Dörfer Asel, Bringhausen und Berich vollständig und die zwei Dörfer Herzhausen und Niederwerbe zum Teil, dazu zwei Mühlen und einzelne Gebäude, im ganzen 155 Gehöfte. 150 Familien (etwa 900 Einwohner) mussten ihr liebliches Heimattal verlassen und siedelten sich, gut entschädigt, entweder geschlossen in neuen Dörfern oder vereinzelt in nah und fern wieder an. Alle Bäume im Sperrgebiet wurden gefällt, drei kaum gebaute Brücken gesprengt, die nicht anderwärts wieder aufgebauten Häuser niedergebrannt und die Gräber mit Betonplatten beschwert.

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