Dorfitter (2)

Im Glockenstuhl hängen zwei Glocken. Die kleinere wurde 1928 gegossen, die andere, eine Stahlglocke,  1950 angeschafft. Sie wurde 1967 durch eine Bronzeglocke ersetzt. Die Orgel wurde 1962 eingebaut und 1982 generalüberholt, um ein Pedal erweitert und neu gestimmt. In der Kirche ist eine Ehrentafel für die Opfer der beiden Weltkriege. 1980/81 wurde der alte Altar, im schlechten baulichen  Zustand, durch einen Bruchsteinaltar ersetzt; die alte Altarplatte wurde wieder eingebaut. Aus der Zeit um 1490 stammt der Altaraufsatz. Im Mittelfeld des Bildes befindet sich ein Kruzifixus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Zu beiden Seiten des Kruzifixus sind Gemälde aus dem Leben Christi zu sehen. Links oben die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria durch den Engel Gabriel, links unten die Geburt Jesu. Maria und Josef stehen anbetend vor dem Jesuskind, rechts und links jeweils Ochs und Esel. Rechts oben die Kreuzigung, unter dem Kreuz Maria und Johannes; rechts unten die Auferstehung Jesu. Westempore, Kanzel und hölzerner Tauftisch sind mit reichem Schnitzwerk versehen. Die Westempore wurde 1676 eingebaut, vermutlich zur gleichen Zeit auch Kanzel und Tauftisch. Eine Sakramentsnische, durch ein Gitter verschlossen, ist in die Mauer im Chorraum eingelassen. Sie zeigt einen Kelch mit Hostie und einen stilisierten Kranz, der auf den Dornenkranz Christi hinweist. Eine Plastische Abendmahlsdarstellung stammt von einer Künstlerin aus Korbach (1984). Der Pfarrersessel ist ein einfacher Holzstuhl aus d. Jahr 1695 (eingeschnitzte Jahreszahl an der Rücklehne). Der Antoniusstein, aus dem Jahr 1402, im Altarraum zeigt schon deutliche Verwitterungserscheinungen. Antonius der Große, Einsiedler und wohl berühmtester Mönch im Altertum, soll nach der Überlieferung seinen Besitz unter die Armen verteilt und in einer Felsenhöhle gelebt haben. Der Antoniterorden, 1059 in Frankreich gegründet, hat sich besonders um die Krankenpflege und sehr um die an Antoniusfeuer (Rotlauf) Erkrankten bemüht. Antonius war Schutzpatron der Schweine und Haustiere.

[Quelle: Gemeinde Vöhl; König Volker, Die Bartholomäuskirche zu Dorfitter (2001 / 2006), Kirchenführer  von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dorfitter herausgegeben]

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