Dorfitter (1)

Dorfitter liegt mit d. alten Dorfkern im Ittertal. Auf der angrenzenden Höhe ist ein Neubaugebiet erstanden. 1126 ist der Ort erstmals als "Itter" erwähnt worden. Er gehörte der Adelsfamilie von Löwenstein, die ihren Besitz 1589 an Hessen verkaufte. Bis 1866 gehörte Dorfitter zu Hessen-Darmstadt, dann zum Landkreis Frankenberg. Dorfitter erstreckt sich über eine Fläche von 4,28 km2. Der Ort hatte 840 Einwohner am 31.12.2006 und 422 Einwohner am 17.05.1939 und gehört heute zur Großgemeinde Vöhl.

Die Bartholomäuskirche zu Dorfitter ist vermutlich um 1200 gebaut worden. Es ist ein kleiner Rechteckbau mit fast quadratischem Altarraum. Der steinerne Unterbau des Kirchenschiffs und der Altarraum  sind mittelalterlichen Ursprungs und weisen gotische Strukturen auf, am deutlichsten ist das an dem spitzbogigen Eingangsportal zu sehen. Im Jahr 1628 ist die Kirche erneuert worden (Inschrift über dem Eingangsportal). 1676 wurde die Kirche wieder umgebaut und bekam das heutige Aussehen. Es wurde das Fachwerkobergeschoss errichtet und das achtteilige Kreuzgewölbe mit schönem Abschlussstein im Altarraum eingebaut. In der Vergangenheit sind oft Renovierungs- und Ausbauarbeiten vorgenommen worden, so: 1912 und 1913 Außenanstrich; 1950 - 1952 Erneuerung des Gestühl und der Empore auf der Südseite, Heizungs- und Beleuchtungsanlage, Innen- und Außenanstrich; 1981 Erneuerung der Fenster mit einheitlicher Sprossenform, Elektroarbeiten, Neugestaltung des Altarraumes, Erweiterung der Orgel. Die Kosten wurden zu 80 Prozent von der politischen Gemeinde Dorfitter getragen. Die Sitzordnung, getrennt nach Ständen, Geschlecht, Altersgruppen, hat zum Teil noch heute  Bestand.

Die Kirche hat vermutlich Kloster Schaaken unterstanden (1240 Klostergeistlicher Immanus Kaplan v.  Itter); später der Pfarrkirche in Obernburg - Kirchspiel Obernburg - zugeschlagen, das seit dem Mittelalter zum Bistum Paderborn gehörte. Im 16. Jahrhundert Aufsicht über d. Pfarrei Obernburg bei d. Superintendentur Marburg, später Gießen (1623). 1668 entstand das Inspektorat Itter, 1838 umbenannt in Dekanat Vöhl, das seit 1866 zur kurhessischen Kirche gehört. Seit 1924 zählt Obernburg zum Kirchenkreis Frankenberg.

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