Asel - Glocke (1)

Die alte Glocke in der Kirche zu Asel von 1447. Asel besitzt ein 560 Jahre altes Kleinod von einem unschätzbaren historischen Wert. Es ist eine kleine reich verzierte Kirchenglocke. Es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass diese Glocke einst mit anderen Glocken zusammen ihren Klang von der sagenumwobenen großen fränkischen Quernstkirche über die Ederberge schallen ließ.

Ein Grenzstreit zwischen den Wolfen von Gudenberg - den damaligen Herren von Itter - und den Grafen von Waldeck um 1500 fiel zu Ungunsten der Herren von Itter aus. Im Verlaufe des Rückzugs aus dem Quernst-Bereich wurden die Glocken vermutlich von den Wolfen von Gudenberg aus der Quernstkirche entnommen und abtransportiert, um sie nicht den Waldecker Grafen zu überlassen. Der kürzeste Weg zur Itterburg führte in dieser Zeit über die Ederberge zur Aseler Ederfurt. So konnte die Glocke in Asel einen Platz in der Herrschaft Itter erhalten.

Was mit den anderen Glocken der Quernstkirche geschah, weiß niemand genau. Dem "Hörensagen" zufolge sollen sie zum Gießen von Kanonen bzw. Kanonenkugeln eingeschmolzen worden sein.

1447 läutete die Glocke das erste Mal in der kleinen Kapelle zu Asel. Die Leute aus dem Dorf Asel, auch Wanderer und Fuhrwerke hörten die Glocke im Aseltal und Edertal. Nach 100 Jahren hatte sich der Klang der Glocke kaum verändert. Die Glocke läutete nicht  nur zu kirchlichen Anlässen, sondern ihr Klang war bei Feuer und Hochwasser auch Not- und Hilferuf. Am 24. März 1913 - dem 2. Ostertag - läutete die Glocke ein letztes Mal zum Gottesdienst im alten Dorf Asel. 1914 wurde sie im neu erbauten Neu-Asel im Glockenturm aufgehängt, wo sie auch heute noch ist. 1997 gesellte sich eine neue, zweite Glocke hinzu.

Auf der alten Glocke ist ein Kruzifix und "Min Name is Jesus" (Text in der Umschrift). Die neue Glocke trägt die Aufschrift "Psalm 23  Der Herr ist mein Hirte".

[Quelle: Hoffmann Friedrich, Alt und Neu vereint 1447 * 1997  und 4 Bilder (Juni 2007)] 

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